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Gitarre für Anfänger

Admin | Veröffentlicht di Jan 05, 2021 1:43 pm | 96 Gesehen

Open Mic

Dieser Beitrag ist ausschließlich an Anfänger oder Personen, die es sich überlegen, mit Musik anzufangen, gerichtet.
Er thematisiert den Kauf von Instrumenten und deren Zubehör.
Die Preise werden in Schweizer Franken angegeben. Ganz grob um den Daumen kann man den etwa gleichsetzen mit dem Euro.

Wer einige Jahre lang musiziert, wird merken: Billige Instrumente sind manchmal noch schlechter, als man meint. Und:
Billiges Zubehör zerstört die Vorteile des Teuren.
Wie soll man sich nun als Anfänger anstellen beim Kauf eines ersten Instruments?

Der Kauf einer Gitarre

Ein Anfänger kann nicht gleich mehrere tausend Franken für eine Gitarre ausgeben, denn womöglich merkt sogleich, dass es doch nichts mit dem Hobby wird, dass es einem keine Freude bereitet.
Man sollte jedoch nicht allzu geizig sein, schließlich soll man ja durch die neue Gitarre dazu motiviert werden, zu üben.
Und auch die Spielbarkeit sollte einigermaßen aushaltbar sein. Es gibt viele Gitarren in den zweistelligen Preisen, mit denen sich selbst ein Profi damit abmühen müsste, um darauf spielen zu können. Solche Instrumente lassen sich nicht anders als "viel zu teures Brennholz" bezeichnen.

Aber ein Anfänger wird nicht verstehen, weshalb eine teure Gitarre (Zweitausend Franken sind noch recht wenig, die „echten“ Preise fangen bei etwa viertausend an) sich besser anfühlt, als eine billige.
Denn man kann sie ja noch nicht spielen. Man fühlt die Unterschiede noch nicht oder kann sie jedenfalls nicht zuordnen. Das ist völlig normal, wenn man ein neues Hobby anfängt.

Das Problem an der Kombination von Anfängern und schlechten Gitarren ist, dass die Leute, welche das Gitarrenspielen erlernen möchten, keine Fortschritte, oder wenn, dann nur im langsamen Tempo erzielen. Und das demotiviert.

Man hört auf.

Es lag nicht an der Motivation, nicht am Lehrer, nicht am Können der Person, nicht an der Dummheit, sondern an der Gitarre.

Wichtig ist: Noch dem Kauf einer Gitarre sollte man unbedingt einen Service machen. Alles rausholen, was man kann.
Ein Anfänger rechnet vielleicht dreihundert Franken für eine Gitarre. Zu empfehlen sind Secondhand-Läden oder Online-Plattformen wie Ebay, hier in der Schweiz Ricardo, Anibis oder Tutti. Dort kauft man eine Gitarre für etwa zweihundert Franken, danach bringt man sie zum lokalen Gitarrenhändler und lässt einen Service machen.

Dann hat man etwa dreihundert Franken bezahlt für eine Gitarre, welche wohl den Wert einer neuen Fünfhundert-Franken-Gitarre hat.

Auch beim Neukauf einer Gitarre empfiehlt es sich, einen Service zu machen. Dann bezahlt man halt ein bisschen mehr, hat dafür die hundertfache Spielfreude. Und das ist nicht nur auf billige, sondern auf jegliche Art von Gitarren bezogen.

Also einfach zusammengefasst empfehle ich für blutige Anfänger:

… und los geht der Spaß!

Wer sich eine weitere Gitarre zulegt und weiß, dass er oder sie das Hobby beibehält, dem empfehle ich eine Gitarre, welche ungefähr tausend Franken kostet. Das sind Gitarren, die sich im Secondhand-Laden im Bereich über 500 Franken befinden. 

Grundsätzlich kann man die Linie zu qualitativ hochwertigen Gitarren beim Neupreis von 1000 Franken ziehen. Ein Instrument, das so viel kostet, ist gut. Natürlich gibt es geschmackliche Unterschiede, natürlich kann es sein, dass die Gitarre nicht gut in den Händen liegt, aber dann ist nicht das Instrument schuld daran, sondern die persönlichen Vorlieben.

Billiges Zubehör

Eine Erzählung von Mäsu:

Vor einigen Jahren habe ich ein Effektgerät geschenkt bekommen, ein RP90 von DigiTech. Zusammen mit meinem Vater habe ich ein wenig daran herumprobiert und bin zum Schluss gekommen, dass es zu schlecht ist, um es zu benutzen.
Heute Morgen bin ich auf den Gedanken gekommen, dass ich damals einfach zu blöde dafür war, um es anständig zu benutzen.

Also habe ich es an den uralten aber bewährten GP8 von Roland angehängt und… war geschockt, wie schlecht es klang. Nun gut, sind ja nur die Presets, die kann man beliebig verändern.
Was macht man also? Den Klang modellieren, verändern, herumschrauben, ganz beliebig, wie man will.

Oder so.

Ich habe schon an meinen Fähigkeiten gezweifelt, da bin ich auf den Gedanken gekommen, sämtliche Effekte auszuschalten und mal einfach schauen, wie es klingt.
Es klingt grausam.

Die Schönheit des Klangs, den ich über die Jahre entwickelt habe, wurde allein durch die Anwesenheit des RP90 zerstört. Der Grundton, den ich benutze, klingt offen und klar, eigentlich universal anwendbar. Basierend darauf sollen weitere Effektgeräte (in Form von Pedalen) den Grundklang erweitern, um so die Effekte schnell ein- oder umzuschalten.
Offenbar will das mit dem RP90 nicht klappen.

Der Ton klang dumpf, stumpf, einfach nur hässlich.
Halt so, wie man es von einem 80-Franken-Gerät erwarten sollte.

Das Problem ist, ein Anfänger weiß nicht, wie Effekte klingen sollten. Der denkt sich „Warum sollte ich für etwas tausend Franken bezahlen, wenn man es auch für achtzig erhält?“

Gut, tausend Franken für ein Multi-Effekt-Pedal sind sehr viel und bringt einem Anfänger nichts. Aber man sollte sich wenigstens etwas benutzbares, etwas, das mindestens hundert, vielleicht sogar zweihundert Franken kostet, kaufen, und schon ist man im „halbwegs guten“ Bereich.

Und ja, elektrische Gitarre als Hobby kostet viel. Hier eine kleine Auflistung, was man sich in einigen Jahren zusammengekauft haben wird.

Allgemein , auch außerhalb der Musik, lässt es sich empfehlen, nichts aus den untersten Preiskategorien zu kaufen. Anfangen sollte man mindestens im oberen Bereich der unteren Preisen. Und wenn man sich dazu entschieden hat, das Hobby beizubehalten, kann man sich an etwas besseres wagen.

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