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Kurt S.
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Gedanken zum Bildungssystem Empty Gedanken zum Bildungssystem

am So Okt 20, 2019 10:00 pm
Hey Leute
Was denkt ihr über das deutsche (Aus-)Bildungssystem?
Was ist positiv daran, was ist negativ daran?
Was sollte man ändern?

Selbstverständlich sind auch Inputs aus Österreich oder aus der Schweiz willkommen.
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Gedanken zum Bildungssystem Empty Re: Gedanken zum Bildungssystem

am Di Okt 22, 2019 6:44 pm
Im Biologie-Unterricht z.B. hat mich vehement gestört, dass die Lehrerin selber in etwa meinte: "Es geht nur darum, dass ihr das für die Klausur könnt, danach braucht ihr das nicht mehr wissen." - Stichwort: Bulimie-Lernen

So etwas z.B. sollte doch wirklich gemieden werden und brauchen wir nicht. Außerdem sollte jeder meiner Meinung nach in Mathematik mit dem Thema Logik und Mengen beginnen, da dann der Zugang zur Mathematik ersichtlicher wird. Vielleicht gäbe es dann auch weniger Menschen mit Schwierigkeiten in Mathematik, denn letztlich ist sie nichts weiter als angewandte Logik und diese sollte doch vernunftbegabten Wesen zugänglich sein. Nach I. Kant ist der Mensch ein solches Wesen -> animale rationabile. Allerdings unterscheidet er dabei zwischen vernunftbegabten Wesen und vernünftigen Wesen -> animale rationale.
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Gedanken zum Bildungssystem Empty Re: Gedanken zum Bildungssystem

am Mi Nov 06, 2019 9:09 pm
Über das deutsche Bildungssystem kann ich nichts sagen. Auch das schweizer Bildungssystem hat sich in den letzten Jahren so stark verändert, dass ich nicht genau sagen kann, wie es da so vorgeht, da ich nicht mehr in der Schule bin.
Was ich aber in der Ausbildung stark spüre, was auch in den Primar- und Sekundarstufen (1. - 9. Schuljahr) eingeführt wird, ist die Digitalisierung des Unterrichts. An Stelle von Schulbüchern treten Laptops, Handys Tablets.
Man benutzt keine Wandtafeln mehr, alles wird über Kamera und Beamer gemacht. 
Gleichzeitig wird gerade eingeführt, dass Schüler von der ersten Klasse sehr stark von den Bildungskräften beobachtet und eingeteilt werden. Sogenannte "Problemschüler" werden herausgefiltert und speziell betreut.
Schüler stehen nicht mehr dem Frontalunterricht entgegen, sondern müssen sich untereinander austauschen und belehren. Bildungskräfte sind keine Lehrpersonen mehr, sondern unterstützen die Schüler beim lernen, es sind nun eher "Trainer".

Der grosse Haken an der Sache: Beispielsweise im Französischunterricht müssen Schüler miteinander vor allem kommunizieren, was in den ersten zwei Jahren weder benotet noch stark geleitet wird. Lehrpersonen dürfen während dieser Zeit keine Korrekturen machen, Schüler sollen Fehler selber erkennen und verbessern.
Hausaufgaben sollte es theoretisch keine geben.

Problem: Der gesamte Bildungsapparat sowie die Eltern kritisieren, dass damit dem Lernprozess keineswegs geholfen wird.
Lehrpersonen dürfen oft nicht bei Fehlern eingreifen, die Folge davon ist, dass man sich Fehler einprägt. Kinder werden bereits im Kindergarten analysiert und müssen schon da Tablets benutzen. 
Kindergartenlehrpersonen sind sich einig, dass Kinder nicht Kind sein können. Neu wird der Kindergarten als 1. und 2. Schuljahr gezählt. Ausserdem sei es unmöglich, dass jedes Kind speziell beobachtet werde. Es sollen alle letztendlich auf demselben Stand sein, Indivindualität werde nur insofern gefördert, dass alle am Ende überall gleich sind, Interessen der einzelnen werden nicht berücksichtigt.
Kinder sollten zu Hause, nach dem neuen System, nicht Hausaufgaben machen oder sonst lernen. Das wissen wird aber genauso geprüft wie nach dem alten System. Wo das Problem liegt...? 
Überforderte Lehrkräfte erkennen oftmals nicht, dass ein Kind Probleme hat.

Alles in allem: Bei all dem, was ich so oft gehört habe und nun auch geschrieben habe, habe ich ein sehr ungutes Gefühl.
Ich habe mit vielen Personen gesprochen. Von den Eltern über die Lehrpersonen bishin zu den Schulleitungen ist niemand mit dem neuen System zufrieden, viele weigern sich, danach zu unterrichten.
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Gedanken zum Bildungssystem Empty Re: Gedanken zum Bildungssystem

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